Ein erster Zugang zu „Amoris laetitia“ …

Amoris laetitia („Die Freude der Liebe“) über die Liebe in der Familie ist ein nachsynodales Schreiben von Papst Franziskus. Es wurde am 8. April 2016 vorgestellt und bezieht sich auf die Beratungen und Ergebnisse der ordentlichen Bischofssynode zu den pastoralen Herausforderungen der Familie im Kontext der Evangelisierung. Die Bischofssynode hatte dem Papst im Oktober 2015 nach zweijähriger Arbeitszeit den Abschlussbericht übergeben …

1. Mai 2016, Amoris laetitia ...
Quelle: vatican.va


Eine erste Orientierung bietet ein Blick
auf das Inhaltsverzeichnis des Schreibens:

Die Freude der Liebe [1 bis 7]

1. Kapitel:
IM LICHT DES WORTES
[8 bis 30]

Du und deine Frau – Deine Kinder wie junge Ölbäume – Ein blutbefleckter Weg des Leidens – Deiner Hände Arbeit – Die Zärtlichkeit der Umarmung

2. Kapitel:
DIE WIRKLICHKEIT UND DIE HERAUSFORDERUNGEN DER FAMILIE
[31 bis 57]

Die heutige Situation der Familie – Einige Herausforderungen

3. Kapitel:
AUF JESUS SCHAUEN – DIE BERUFUNG DER FAMILIE
[58 bis 88]

Jesus stellt den göttlichen Plan wieder her und führt ihn zu seiner Vollendung – Die Familie in den Dokumenten der Kirche – Das Sakrament der Ehe – Saatkörner des Wortes und unvollkommene Situationen – Die Weitergabe des Lebens und die Erziehung der Kinder – Die Familie und die Kirche

4. Kapitel:
DIE LIEBE IN DER EHE
[89 bis 164]

Unsere tägliche Liebe
Langmut – Haltung dienstbereiter Güte – Eifersucht und Neid heilen – Ohne zu prahlen und sich aufzublähen – Liebenswürdige Freundlichkeit – Freigebige Loslösung – Ohne gewalttätige Gesinnung – Vergebung – Sich mit den anderen freuen – Sie erträgt und entschuldigt alles – Sie glaubt alles – Sie hofft alles – Sie hält allem stand
Wachsen in der vollkommenen ehelichen Liebe (caritas)
Das ganze Leben lang alles gemeinsam – Freude und Schönheit – Aus Liebe heiraten – Liebe, die sich kundtut und wächst – Der Dialog
Die leidenschaftliche Liebe
Die Welt der Emotionen – Gott liebt das frohe Genießen seiner Kinder – Die erotische Dimension der Liebe – Gewalt und Manipulation – Ehe und Jungfräulichkeit
Die Verwandlung der Liebe

5. Kapitel:
DIE LIEBE, DIE FRUCHTBAR WIRD
[165 bis 198]

Ein neues Leben annehmen
Die Liebe in der besonderen Erwartung der Schwangerschaft – Mutter- und Vaterliebe
Erweiterte Fruchtbarkeit
Den Leib erkennen
Das Leben in der großen Familie
Söhne und Töchter sein – Die alten Menschen – Geschwister sein – Ein weites Herz

6. Kapitel:
EINIGE PASTORALE PERSPEKTIVEN
[199 bis 258]

Heute das Evangelium der Familie verkünden
Auf dem Weg der Ehevorbereitung zum Eheversprechen führen
Die Vorbereitung der Feier
Die Begleitung in den ersten Jahren des Ehelebens
Einige Hilfsmittel
Licht in Krisen, Ängste und Schwierigkeiten tragen
Die Herausforderung der Krise – Alte Wunden – Begleiten nach Brüchen und Scheidungen – Einige komplexe Situationen
Wenn der Stachel des Todes eindringt

7. Kapitel:
DIE ERZIEHUNG DER KINDER STÄRKEN
[259 bis 290]

Wo sind die Kinder? – Die ethische Erziehung der Kinder – Der Wert der Strafe als Ansporn – Geduldiger Realismus – Das Familienleben als erzieherisches Umfeld – Ja zur Sexualerziehung – Den Glauben weitergeben

8. Kapitel:
DIE ZERBRECHLICHKEIT BEGLEITEN, UNTERSCHEIDEN UND EINGLIEDERN
[291 bis 312]

Die Gradualität in der Seelsorge – Die Unterscheidung der sogenannten „irregulären“ Situationen – Die mildernden Umstände in der pastoralen Unterscheidung – Die Normen und die Unterscheidung – Die Logik der pastoralen Barmherzigkeit

9. Kapitel:
SPIRITUALITÄT IN EHE UND FAMILIE
[313 bis 325]

Spiritualität der übernatürlichen Gemeinschaft – Vereint im Gebet im Licht des Ostergeheimnisses – Spiritualität der ausschließlichen, aber nicht besitzergreifenden Liebe – Spiritualität der Fürsorge, des Trostes und des Ansporns

Gebet zur Heiligen Familie


Einige – erste – Zitate aus dem Dokument:

In Treue zur Lehre Christi betrachten wir die Wirklichkeit der heutigen Familie in ihrer ganzen Komplexität, mit ihren Licht- und Schattenseiten … [32]

Die Spannungen, die von einer überzogenen individualistischen Kultur des Besitzes und des Genusses in die Familien hineingetragen werden, bringen in ihnen Dynamiken der Abneigung und Aggressivität hervor. «[13] Ich möchte den heutigen Lebensrhythmus, den Stress, die Gesellschaftsstruktur und die Arbeitsorganisation hinzufügen, denn das sind kulturelle Faktoren, welche die Möglichkeit dauerhafter Entscheidungen gefährden … [33]

Die Freiheit der Wahl erlaubt, das eigene Leben zu planen und die persönlichen Stärken zu entfalten, doch wenn dieser Freiheit die edlen Ziele fehlen und sie nicht mit persönlicher Disziplin verbunden ist, verkommt sie zu einer Unfähigkeit, sich großherzig hinzugeben … [33]

… Im Grunde ist es heute leicht, die echte Freiheit mit der Vorstellung zu verwechseln, dass jeder urteilen mag, wie er meint, als gebe es jenseits der einzelnen Menschen keine Wahrheiten, Werte und Grundsätze, die uns orientieren, als sei alles gleich und müsse alles erlaubt sein. In diesem Kontext wird das Ideal der Ehe mit ihrer durch Ausschließlichkeit und Beständigkeit charakterisierten Verbindlichkeit schließlich ausgelöscht durch die umstandsbedingten Zweckmäßigkeiten oder durch die Launen der inneren Regungen. Man fürchtet die Einsamkeit, man wünscht sich einen Raum des Schutzes und der Treue, doch zugleich wächst die Furcht, gefangen zu sein durch eine Beziehung, die das Erreichen der persönlichen Bestrebungen zurückstellen könnte … [34]

Ich danke Gott, denn viele Familien, die sich bei weitem nicht für vollkommen halten, leben in der Liebe, verwirklichen ihre Berufung und gehen voran, auch wenn sie unterwegs viele Male fallen. Das Ergebnis der Überlegungen der Synode ist nicht ein Stereotyp der Idealfamilie, sondern eine herausfordernde Collage aus vielen unterschiedlichen Wirklichkeiten voller Freuden, Dramen und Träume. Die Realitäten, die uns Sorgen machen, sind Herausforderungen. Wir gehen nicht in die Falle, uns in Wehklagen der Selbstverteidigung zu verschleißen, anstatt eine missionarische Kreativität wachzurufen. In allen Situationen » spürt die Kirche die Notwendigkeit, ein Wort der Wahrheit und der Hoffnung zu sagen … [57]


Wenn Sie mehr lesen möchten …

Lesen Sie mehr über „Amoris laetitia“, z.B. auf wikipedia.org

Das gesamte Dokument „Amoris laetitia“ können Sie lesen auf vatican.va


Kommentieren ist momentan nicht möglich.