Mach aus mir ein Werkzeug deines Friedens …

15. Jänner 2015, Josep Benlliure, Der heilige Franziskus ...
Quelle: José Benlliure y Gil [Public domain], via Wikimedia Commons (Detail)

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.
Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.


Das Friedensgebet stammt aus Frankreich. Der älteste Beleg ist die Zeitschrift „La Clochette“ (Nr. 12, Dezember 1912, S. 285). Der Herausgeber, Esther Bouquerel, gab keinen Autor an und überschrieb es mit „Belle prière à faire pendant la messe“ („Ein schönes Gebet für die Messe“). Das Gebet erreichte schnell eine große Beliebtheit. Es enthält eine deutliche Gegenposition zu der Kriegsbegeisterung, die Europa wenige Monate später erfasste.

Seit 1927 wird als Autor des Gebets oft Franz von Assisi genannt, aber es gibt keine historischen Quellen für diese populär gewordene Zuschreibung. Eine lateinische oder mittelalterliche italienische Version des Gebets ist nicht bekannt.

Quelle: www.amen-online.de/gebet/friedensgebete/werkzeug.html


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