Almosen – Mitleid – Barmherzigkeit

Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen;
denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen … [Hebr 13,16]

Almosen – von griechisch ἐλεημοσύνη (eleēmosýnē) „Mitleid, Mildtätigkeit“ – ist eine materielle Gabe an einen bedürftigen Empfänger.
In der griechischen Sprache ist dieses Wort verwandt mit ἐλέησον (eleison) „erbarme dich (unser)“ aus dem Gebet der Kirche „Kyrie eleison“ (Herr, erbarme dich [unser])

Giving alms to the Poor.  detail. French 14th cent,.bodl_Douce313
Foto: tony harrison bei Flickr


Bei Karl Hörmann, Lexikon der christlichen Moral, kann man nachlesen:

„Almosen“ wird die materielle Gabe an den Notleidenden genannt. Als Betätigung der Barmherzigkeit, einer unerlässlichen Teilverwirklichung der Nächstenliebe, ist Almosengeben sittliche Pflicht. Wer Eigentum erwirbt, übernimmt damit auch die Pflicht, nach seinem Können dem bedürftigen Mitmenschen beizustehen.

Schon das AT fordert nachdrücklich Almosen (Tob 4,7-11).

Jesus mahnt: „Dem, der dich bittet, gib“ (Mt 5,42; vgl. 9,21; Lk 12,33).
„Geben ist seliger als Nehmen“ (Apg 20,35).
„Das Wohltun aber und das Mitteilen vergesst nicht, denn an solchen Opfern hat Gott Wohlgefallen“ (Hebr 13,16; vgl. 1 Joh 3,17 f; Jak 2,15 f).

Mehrfach berichtet die Heilige Schrift von vorbildllichem Almosengeben (Apg 9,36; 10,2; 24,17) und misst ihm großen Wert zu (Mt 6,4; Apg 10,4), wenn es in der rechten Absicht (guten Meinung) getan wird (Mt 6,2-4).

Die Kirchenväter (Ambrosius, Augustinus, Gregor der Große) machen darauf aufmerksam, dass die Eigentümer mit dem Almosengeben eine Pflicht erfüllen. Diese Pflicht wird umso dringlicher, je vermögender der Mensch und je größer die Not ist, die ihm entgegentritt.

Paulus fordert Mildtätigkeit, aber nicht über die Kräfte (2 Kor 8,13-15). Bei einer Sammlung der Christen von Antiochia für die notleidenden Brüder in Judäa „sollte jeder nach Vermögen beitragen“ (Apg 11,29; vgl. Tob 4,8). Wie jede Tugendübung soll auch das Almosengeben von der Klugheit geleitet werden.

In urchristlichen Schriften wird das Wort Jesu überliefert: „Das Almosen schwitze in deinen Händen, bis du erkannt hast, wem du es gebest“ (Didache 1,6). Die Pflicht des Almosens besteht denen gegenüber nicht, die sich selbst helfen können, aber nicht wollen. „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ (2 Thess 3,10).

Wer in keiner Weise Almosen geben will oder nur in einem Maß, das weit hinter seinen Vermögensverhältnissen zurückbleibt, lässt es schwer an der Nächstenliebe fehlen …


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