3. Februar 2013, Über die Heilige Messe …

31. Jänner 2013, Beten ...In deinen Händen liegt mein Geschick (Psalm 31,16). Es ist ein altes Zeichen: Man legt seine Hände in die Hände eines anderen.
Früher einmal war es so, dass der Unteran seine gefalteten Hände in die Hände seines Herrn legte. Das bedeutete, dass er ihn als seinen Herrn anerkannte und ihm Treue und Gehorsam versprach.
Im Gottesdienst gibt es auch diese Form. Beim Beten faltet man seine flachen Hände aneinander. Nur legen wir unsere Hände nicht in die Hände eines anderen Menschen, sondern in die Hände Gottes – das sieht man natürlich nicht so, das geht über das Sichtbare hinaus
Aber es bedeutet dasselbe, nur im Gebet eben auf Gott hin gesprochen: „Gott, du bist groß und allmächtig. Mein Leben ist in deiner Hand. Du liebst mich, du beschützt mich, darauf darf ich ganz vertrauen. Ich will auf dich und deine Botschaft hören …“

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Eine andere Haltung beim Beten ist die Form der ineinander verschränkten Finger. Hier kommt vielleicht etwas Anderes besonders zum Ausdruck: Die sonst im Alltag ständig arbeitenden und beschäftigten Hände sollen nun ruhen. Jetzt nehme ich mir Zeit für Stille und Besinnung, jetzt will ich einfach einmal nachdenken und beten

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Eine andere – nicht so oft zu sehende – Gebetshaltung sind die über der Brust verschränkten Arme. Maria, die Mutter Jesu, wird oft auf Bildern so dargestellt. Man könnte versuchen, an das Umarmen zu denken. Das ist doch zunächst ein Zeichen zwischen Menschen, die einander gern haben, ein zeichen der Zuneigung, der Liebe. Wenn ich jetzt weiterdenke, auf Gott hin, so könnte man es wie ein Umarmen Gottes sehen: Man breitet die Arme aus und führt sie um den Anderen herum – bei Gott (und übrigens auch schon bei uns Menschen) geht das aber wieder über das einfach mit den Augen Sichtbare hinaus …
Manchmal ist es bei uns Menschen auch so, dass man sich am anderen irgendwie auch festhalten kann, so in der Art: Zu dir kann ich immer kommen, bei dir finde ich immer Halt, du hältst zu mir, du lässt mich nicht fallen … – Wie schön, wenn das Menschen voneinander sagen und glauben können! Von Gott können wir das ganz besonders sagen und glauben!

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Merkst du, dass allein die bewusst und aufmerksam eingenommene Haltung beim Beten schon ganz viel Gebet sein kann? – Ohne ausgesprochene Worte vielleicht, aber ein Beten und Hoffen und Glauben aus ganzem Herzen …

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Noch eine besondere Gebetshaltung (neben vielen anderen) nehmen wir in der Heiligen Messe ein, wenn wir zum Empfang der Kommunion die Hände offen ineinander legen, um Jesus im Heiligen Brot zu empfangen: Ein Bild dafür, dass wir wissen, dass wir uns das Wichtigste in unserem ganzen Leben nicht einfach selbst machen und geben können. Vielmehr hoffen und bitten wir mit unseren offenen – leeren – Händen, dass Gott es uns schenkt: Liebe und Verzeihung und Güte und Barmherzigkeit …

Nicht dass alles irgendwie sowieso sinnlos ist,
sondern dass wir in einem ganz guten Sinn
in Gottes ewiger Liebe für immer
ganz gut aufgehoben sind


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünscht dir
Diakon Herbert Schalk


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