27. Jänner 2013, Über die Heilige Messe …

27. Jänner 2013, Über die Heilige Messe ...
Foto: privat

Im Gottesdienst beten wir.

Manchmal sagt es der Priester ausdrücklich: „Lasset uns beten.“ Manchmal wird es nicht extra dazu gesagt. Zum Beispiel, wenn wir im Gottesdienst singen, ist es eigentlich auch ein Beten.
Wir beten im Gottesdienst auf viele verschiedene Weisen.
Manchmal spricht nur der Priester die Worte, die Menschen hören zu, stehen dazu, denken aus ganzem Herzen mit, antworten vielleicht mit kurzen Sätzen.
Es gibt aber auch gemeinsam gesprochene Gebete, das „Vaterunser“ zum Beispiel oder das „Herr, ich bin nicht würdig“ vor der Kommunion.

Auch die Worte, die beim Beten in der Heiligen Messe gesagt werden, sind ganz verschieden. Es sind oft Worte der Dankbarkeit, auch Worte des Bittens, dann wieder wird Gott beschrieben in seiner Güte, auch Jesus mit dem, was er gelehrt und für uns getan hat.
Immer sind es Worte, die aus einem ganz tiefen Ernst heraus das Gute ansprechen, die Wahrheit für unser ganzes Leben, Worte, die unsere Hoffnung und unseren Glauben zum Ausdruck bringen. Auch wenn – wie zum Beispiel bei den Fürbitten – an Not und Angst und Traurigkeit gedacht wird, so doch immer mit der besonderen Hoffnung, dass wir Gottes Hilfe und gute Wege finden mögen.

Es gibt auch das Beten ohne Worte, in der Stille, im Denken, im Ruhigsein. Weil es so unscheinbar ist (da hört man ja nichts), könnte man darauf direkt vergessen. In Wirklichkeit aber ist das eine ganz wichtige Form des Betens: Von innen her, mit seinem Denken, mit seinem Geist, mit seinem ganzen Wesen sucht man hin zu Gott, wendet man sich an Gott, mit der Hoffnung und mit dem Vertrauen, dass er wirklich ganz und voll ewiger Liebe für uns da ist und immer sein wird.

Auf etwas Besonderes muss man vielleicht noch hinweisen, auch das könnte man ganz übersehen: Im Gottesdienst falten wir beim Beten die Hände, auch auf verschiedene Weise.
Dieses Händefalten beim Beten zeigt uns, dass Beten nicht allein Sprechen oder Denken ist. Beten ist etwas, was wir Menschen mit Leib und Seele tun (nicht nur mit dem Kopf).
Vielleicht ist es uns sogar manchmal nicht einmal bewusst, dass wir beten:

  • Wenn ich einfach nur hoffe, dass etwas wirklich gut wird …
  • wenn ich einfach helfe, wo jemand Hilfe braucht …
  • wenn ich – vielleicht ohne viel nachzudenken – „Gott sei Dank“ sage …
  • wenn ich einmal wirklich lieb sein kann, ganz ohne Gegenleistung …
  • wenn ich mich vielleicht einmal auch nur ganz hilflos und verloren fühle …

Beten tue ich eigentlich mit meinem ganzen Leben,
aber auch und ganz besonders am Sonntag in der Kirche …

Beten – Könnte man es auch so verstehen:
Von Gott her und auf Gott hin leben …?


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünscht dir
Diakon Herbert Schalk


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