20. Jänner 2013, Über die Heilige Messe …

Sonntag. Heute war ich wieder in der Kirche.
Ich war schon etwa fünf Minuten vor Beginn des Gottesdienstes da.

Als ich in die Kirche gekommen bin, habe ich beim Eingang meine Finger in das kleine Weihwasserbecken an der Wand getaucht und ein Kreuzzeichen gemacht. Ich habe versucht, es aufmerksam zu machen, nicht gedankenlos. Ich habe gedacht: Ich spüre das Wasser an meiner Hand und auf meiner Stirn. Ich bin getauft. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. Mein Leben hat einen guten Sinn. Du, Gott, hast mir ja das Leben geschenkt, und von dir kommt nur Gutes. Diesen guten Sinn will ich für mich finden und immer mehr entdecken.

Dann habe ich das Gebet- und Liederbuch, das „Gotteslob“, vom Regal geholt, und dann habe ich mir in der Kirche einen Platz gesucht. Einige andere waren auch schon da, aber die meisten sind erst später gekommen. Dann habe ich auf die Liedertafel geschaut und die Lieder im Gotteslob gesucht und Bänder eingelegt.

18. Jänner 2013, Glockenklang ...
Foto/Grafik: Herbert Schalk

Als der Gottesdienst begann, war ein Glockenklang zu hören, und alle sind aufgestanden. Der Pfarrer und die Ministranten sind in die Kirche gekommen. Und dann wurde das erste Lied angestimmt.

Glockenklang … Das ist ein heller Klang, nicht einfach nur etwas Dumpfes, Trauervolles, oder vielleicht sogar gar nichts … Will vielleicht der Glockenklang schon darauf hinweisen, dass es in der Heiligen Messe um mehr geht als die bloße Alltäglichkeit, mehr als einfach nur „So ist das halt eben, und aus“, mehr als alle Not und Traurigkeit in dieser Welt, nämlich um diese ganz besondere Sehnsucht unter uns Menschen, um diese Hoffnung, um diesen Glauben, dass Freude sein kann oder werden kann, Freundlichkeit unter uns, Frieden, dass Menschen einander gut sein können, dass man sogar Liebe finden kann in seinem Leben, wirkliche, echte Liebe?

Und alle sind aufgestanden … Und ich denke schon wieder: Dieses Stehen und Sitzen und Knien in der Kirche, das muss doch auch eine besondere Bedeutung haben, das werde ich auch einmal jemanden fragen, nur wen …?

Und dann kam das erste Lied … Ich habe es nicht gekannt. Das hat aber nichts gemacht, andere haben auch nicht mitgesungen. Aber ich habe mitgelesen. Und dann ist da gestanden: „Friede und Freud wird euch verkündiget heut“ … Und ich habe mir gedacht: Ja, das stimmt, Friede und Freude, das braucht jeder Mensch, und die Kirche sagt’s, gut so, habe ich mir gedacht, da steh‘ ich gerne dazu, dafür will ich auch mit meinem Leben einstehen, ja darauf bestehe ich sogar …!

Wenn ich es mir so recht überlege, war da vielleicht sogar ein bisschen Frieden und Freude, heute in der Kirche …


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünscht dir
Diakon Herbert Schalk


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