Archiv für 18. Januar 2013

Das große Licht.

13. Jänner 2013, Simon Dach (1605-1659)
See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons / Grafik: Herbert Schalk

Die wir in Todes Schatten so lang gesessen sind
und kein Erleuchtung hatten, in Gottes Sachen blind,
und kunnten nit verstehen, nit Gnade, noch Gericht,
sehn über uns aufgehen anjetzt ein helles Licht.

Ein Licht, dadurch wir schauen in Gottes Herz hinein,
dass er in Zuvertrauen der Unsre nun will sein,
ein Licht, das heftig brennet in unser Fleisch und Blut,
dass sich ein Mensch erkennet und was für Sünd’ er tut.

Ein Licht, das plötzlich fähret tief in der Gräber Nacht
und uns den Tod erkläret mit alle seiner Macht,
das uns vor Augen malet wie Nichts sei Welt und Zeit,
und wie für allen strahlet der Glanz der Ewigkeit.

Simon Dach (1605-1659)


Simon Dach war ein deutscher Dichter der Barockzeit. Er wurde um 1605 in Memel geboren.
Während seiner Schulzeit auf dem Gymnasium brach die Pest aus, woraufhin er nach Königsberg floh.
Dort studierte er 1624 Theologie und Philosophie.
1633 wurde er Lehrer an seiner ehemaligen Schule. Durch einen Freund entdeckte er die Welt der Literatur. 1639 wurde er Professor der Dichtkunst.
Mit 49 Jahren erkrankte er an Tuberkulose. Nach fünf Jahren Kampf gegen die Krankheit starb er 1659 in Königsberg.