Archiv für 11. Januar 2013

13. Jänner 2013, Über die Heilige Messe …

Die Heilige Messe – ein Training?

Wir haben in der Pfarrgemeinde nachgedacht:
Kann man die Heilige Messe so sehen wie ein Training, wie eine Vorbereitung?

Zum Beispiel beim Fussballspielen: Da könnte man sagen, wenn du nicht zum Training kommst, kannst du auch nicht beim Match mitspielen.
Oder beim Führerschein: Da könnte man sagen, wenn du keine Fahrstunden nimmst, dann wirst du auch nicht den Führerschein schaffen.

13. Jänner 2013, Über die Heilige Messe ...
Foto: Eva Kleedorfer / Grafik: Herbert Schalk

Kann man die Heilige Messe so sehen wie ein Training, wie eine Vorbereitung?

Ja und nein wahrscheinlich.

Zunächst muss man vielleicht einmal nein sagen, weil man das, was wir in der Heiligen Messe tun, gar nicht so kontrollieren kann und auch nicht soll.
Da geht es um viel mehr als nur um eine abhakbare Sache, die man halt so und so oft absolvieren muss, und dann hat man, was verlangt worden ist, erfüllt.

Da geht es ja darum, dass wir den ganzen Sinn unseres Lebens, die größte Wahrheit zu allem, was ist und zu jedem einzelnen von uns bedenken und feiern …

  • dass Gott da ist, der Vater, der Ursprung, der alles geschaffen hat, aus Liebe …
  • dass Gott uns in Jesus ganz nahe gekommen ist, Mensch wie wir, um uns den Weg der Liebe ganz zu zeigen, die Erlösung aus unserem Unheil …
  • dass Gott den Geist der Liebe in unser Herz gelegt hat, unsere schönste Begabung, mit so vielen Entfaltungsmöglichkeiten …

So gesehen könnte man die Heilige Messe vielleicht – vorsichtig – schon auch als Training sehen – dass wir unser Leben immer mehr erkennen lernen von der weitesten und schönsten Bedeutung her, von unserem Glauben an Gott her gesehen (da stehen wir alle mehr oder weniger mitten im Training) …

Als wir in der Pfarrgemeinde über diese Fragen nachdachten, fiel jemand ein alter Spruch ein: „Wie der Sonntag, so dein Sterbtag“. Die Heilige Messe – vielleicht doch wie ein Training, nämlich wenn man auf das ganze Leben schaut?

  • Ich war nicht schon immer da, einmal bin ich zur Welt gekommen, das Leben ist mir geschenkt …
  • Jetzt bin ich da, ich lebe, ich habe schon vieles erlebt in meinem Leben, Gutes und nicht Gutes …
  • Und einmal – in der Zukunft – muss ich sterben
  • Dann werde ich – werden wir – in Gott auferstehen, in seine ewige Liebe hinein geboren werden, diese Hoffnung / Wirklichkeit feiern wir im Gottesdienst – die Erinnerung, die uns Kraft gibt und uns durchhalten lässt – ganz geborgen in Gott, eingehüllt in Liebe – mit allen verbunden …

Das will ich immer mehr in meinem Leben lernen.
Und deshalb bin ich auch Sonntag für Sonntag in der Heiligen Messe …


Einen schönen Sonntag und eine gute Woche
wünscht dir
Diakon Herbert Schalk