Die so genannten „O-Antiphonen“ …

In den letzten sieben Tagen des Advents wird Jesus unter sieben verschiedenen Titeln angerufen.

Die so genannten O-Antiphonen sind die sieben Magnificat-Antiphonen bei der Vesper des Stundengebetes in der Woche vor Weihnachten.
Durch die Neuordnung des Lektionars dienen sie zugleich als Ruf vor dem Evangelium der Heiligen Messe vom 17. bis 23. Dezember.

Der Name „O-Antiphonen“ geht darauf zurück, dass die Rufe jeweils mit der Anrufung „O“ beginnen. Sie verbinden eine preisende Anrede des erwarteten Messias („O“-Ruf) mit einer flehentlichen Bitte um sein Kommen (mit „veni, komm“ anhebend).
Die Entstehung dürfte bis in 7. Jahrhundert zu datieren sein. (vgl. Berger, Handlexikon, 365)

Sie befinden sich im Gebets- und Gesangbuch „Gotteslob“ Nr. 772 als Andacht und Nr. 112 als Gesang.


Lesen Sie mehr dazu u.a. auf:
Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft der Universität Würzburg
de.wikipedia.org/wiki/O-Antiphonen


1. Herr, send herab uns deinen Sohn, / die Völker harren lange schon.
Send ihn, den du verheißen hast, / zu tilgen unsrer Sünden Last.

2. O Weisheit aus des Höchsten Mund, / die du umspannst des Weltalls Rund / und alles lenkst mit Kraft und Rat: / komm, weise uns der Klugheit Pfad.

3. O Adonai, du starker Gott, / du gabst dem Mose dein Gebot / auf Sinai im Flammenschein: / streck aus den Arm, uns zu befrein.

4. O Wurzel Jesse, Jesu Christ, / ein Zeichen aller Welt du bist, / das allen Völkern Heil verspricht: / eil uns zu Hilfe, säume nicht.

5. O Schlüssel Davids, dessen Kraft / uns kann entziehn der ewgen Haft: / komm, führ uns aus des Todes Nacht, / wohin die Sünde uns gebracht.

6. O Aufgang, Glanz der Ewigkeit, / du Sonne der Gerechtigkeit: / erleuchte doch mit deiner Pracht / die Finsternis und Todesnacht.

7. O König, Sehnsucht aller Welt, / du Eckstein, der sie eint und hält: / o komm zu uns, o Herrscher mild, / und rette uns, dein Ebenbild.

8. O „Gott mit uns“, Immanuel, / du Fürst des Hauses Israel, / o Hoffnung aller Völker du: / komm, führ uns deinem Frieden zu.

9. Herr, wir vertrauen auf dein Wort; / es wirkt durch alle Zeiten fort. / Erlöse uns, du bist getreu. / Komm, schaffe Erd und Himmel neu.

[Gotteslob 112]


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