Wie das Ei zum Osterei wurde. Eine Legende …

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By Loyna (Own work) [CC-BY-SA-2.5 or CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Der König von Ägypten hatte eine bildschöne Tochter. Sie lebte vor langer Zeit in der Stadt Alexandria. Über dem König von Ägypten herrschte noch der Kaiser von Rom. Dieser hieß Maxentius. Er war der mächtigste Mensch der Welt.

Eines Tages besuchte Kaiser Maxentius seine Stadt Alexandria. Er ließ die Tochter des Königs zu sich kommen. Sie sollte ihm von Jesus erzählen. Er hatte nämlich erfahren, dass sie eine Christin war.

Die Königstochter kannte viele Geschichten von Jesus. Der Kaiser hörte gespannt zu. Ihm gefiel, was Jesus unter den Menschen getan hatte. Alle seine Ratgeber wunderten sich darüber sehr. Der Kaiser hatte nämlich die Christen verfolgen lassen. Viele waren auf seinen Befehl hin getötet worden.

Das Mädchen aber erzählte viele Stunden, wie Jesus geboren wurde, wie er gelebt hatte und auch von seinem Sterben. Als sie schließlich auch berichtete, dass er von den Toten auferstanden ist, fragte der Kaiser ungläubig: „Von den Toten auferstanden?“ Das Mädchen nickte nur. Da lachte der Kaiser laut auf und rief: „Das will ich dir nur glauben, wenn du aus einem Stein neues Leben erwecken kannst!“

Die Königstochter war traurig, weil der Kaiser so ungläubig war, ja sogar gelacht hatte, und ging betrübt davon. Das aber, was der Kaiser gesagt hatte, wollte ihr nicht aus dem Kopf, und so überlegte sie viele Stunden, am Abend, in der Nacht. Da kam ihr ein Gedanke.

Sie kaufte am nächsten Morgen von einem Bauern ein beinahe ausgebrütetes Entenei. Das nahm sie und ging damit zum Kaiser. „Du willst mich wohl verhöhnen?“ spottete der, als sie ihm das Ei entgegen hielt. Kaum aber hatte er es gesagt, da pickte das Entenküklein von innen die Schale auf. Der Kaiser schaute verwundert zu, wie das kleine Tier sich aus dem Ei befreite. Der Spott wich aus seinem Gesicht.

„Scheinbar tot“, sagte die Königstochter, die ihm gegenüber stand, „scheinbar tot und doch voll Leben.“
Es heißt, dass der Kaiser sehr nachdenklich geworden ist.

So ist das Ei zum Osterei geworden, ein Zeichen für das, was kein Mensch begreifen kann: Christus ist auferstanden, wahrhaftig, er ist auferstanden!

[gekürzt nach W. Fährmann]


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