Der erste Christbaum …

Foto: Herbert Schalk
6. Jänner 2011: Christbaum in der Kirche ...Es ist jetzt etwa 400 Jahre her, dass einige Kinder im Elsaß, im heutigen Frankreich, den ersten Christbaum erfanden. Und das kam so. Die Kinder sollten zu Weihnachten das damals übliche Paradiesspiel aufführen. Solche Spiele erzählten die ganze Geschichte Gottes mit den Menschen, angefangen bei Adam und Eva über Jesus von Nazareth bis hin zum alltäglichen Leben von Menschen wie du und ich. Natürlich wollten die Kinder das Spiel so wirklichkeitsnah wie möglich machen. Für das Paradies brauchten sie deshalb den Baum des Lebens. Wo aber sollten sie mitten im Winter einen grünen Baum hernehmen? Grün waren jetzt nur die Nadelbäume. Also schlugen sie eine Tanne und schafften sie in die Kirche.

Die Proben begannen. Um die Geschichte von Adam und Eva aber richtig spielen zu können, reichte die Tanne leider nicht aus. Oder habt ihr schon einmal eine Tanne gesehen, die Äpfel trägt? Jetzt war guter Rat teuer. Die Kinder erwogen diese und jene Möglichkeit, bis schließlich ein kleines Mädchen die rettende Idee hatte: „Wir können doch einfach Äpfel in den Baum hängen!“ Gesagt, getan – und schon schmückten verführerisch rote Äpfel den Tannenbaum.

Dann kamen sie zu der Stelle, an der Gottes Sohn zur Welt kommt und in Betlehem als Licht des Lebens erscheint. Auch das wollten die Kinder mit dem Baum darstellen. Wie sie das taten? Richtig, sie steckten dem Tannenbaum Kerzen auf und ließen ihn so in hellem Lichterglanz erstrahlen.

Jetzt brauchte ihr Weihnachtsspiel noch einen gebührenden Abschluss. Die Kinder berieten sich lange. Dann hatten sie folgenden Einfall: „Das sind nicht einfach alte Geschichten“ – so würden sie ihr Spiel zusammenfassen. „Alle, Große und Kleine, werden durch die Begegnung mit Gott zu neuen Menschen. In der Kommunion während der Messfeier wird das ganz deutlich.“ Zum Zeichen dafür nahmen die Kinder Oblaten, wie sie während der Messe als Hostien verwendet wurden, und hängten sie in den Baum. Später einmal würden diese Hostien durch gebackene Brotkringel ersetzt werden.

So wurde vor langer Zeit der erste Weihnachtsbaum aufgestellt. Bis heute schmücken die Christbäume unsere weihnachtlichen Wohnzimmer und Kirchen. Und wenn die Kerzen in geheimnisvollem Glanz aufleuchten, wird die Welt ein wenig verzaubert, damit wir nie vergessen, dass das Leben nicht tot zu kriegen ist und das Paradies uns näher ist, als wir glauben …

[Quelle: www.dioezese-linz.at/pfarren/ansfelden/christbaum.asp#weihnachtskrippe]


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