Der Altar …

18. Juni 2010: Altar, Basilika Mariazell ...
Foto: Herbert Schalk

(Altar, Basilika Mariazell …)

Von lat. adolere (= brennen) abgeleitet, bezeichnete der Altar in der Antike die Stätte, an der den Göttern bzw. im alttestamentlichen Judentum Jahwe, Tieropfer dargebracht wurden. Der Altar befand sich außerhalb des Tempels, da dieser als Haus Gottes der Gemeinde nicht zugänglich war. Seinem Zweck entsprechend, bestand der Altar oft aus einem Steinblock.

Da Jesus Christus sich als einmaliges Opfer Gott dem Vater dargebracht hat, kennt das Christentum keine weiteren Opfer im o. g. Sinne. Der Altar in einer christlichen Kirche wird daher verstanden als Tisch (lat. Mensa) der eucharistischen Mahlgemeinschaft und als Ort der Vergegenwärtigung des Todes Christi am Kreuz und seiner Auferstehung.

Seit dem frühen Christentum wurden Altäre über den Gräbern von Märtyrern errichtet. Später wurde eine Heiligenreliquie in den Stein eingesetzt. Ab dem frühen Mittelalter rückte der Altar an die Rückwand des Chorraums und der Altarraum wurde durch Schranken von der Gemeinde abgetrennt. Außerdem entstanden mit Aufkommen der Privatmessen zahlreiche Nebenaltäre in den Kirchen.

Durch die Neuordnung nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wird der Altar heute wieder frei im Raum stehend gebaut, so dass er vom Priester umschritten werden kann. Auch darf in neuen Kirchen nur ein feststehender Altar errichtet werden, womit die Einheit der Gemeinde mit dem einen Erlöser Jesus Christus verdeutlicht wird (vgI. Pontifikale 4). Als Symbol für Jesus Christus, den Felsen (1 Kor 10,4), Schlussstein (Eph 2,20) und Eckstein (Apg 4,11), ist er oft aus Naturstein gefertigt; zugelassen sind jedoch auch andere passende, angemessene und haltbare Materialien.

(Albert Josef Urban, Marion Bexten: Kleines liturgisches Wörterbuch, Altar)


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