Der heilige Martin – und Fasching?

Gotland-Hejdeby kyrka Wandmalerei 06
von Wolfgang Sauber (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Unmittelbar nach dem Tod des heiligen Martin wurde sein Fest am 11. November gefeiert.
Als Weihnachten ein kirchliches Hochfest wurde, mit einem eigenen Festkreis neben dem Osterfest, wurde auch ein vorbereitendes Fasten auf Weihnachten hin eingeführt.
Mailand und die gallikanische Liturgie begann dieses Fasten am Tag des heiligen Martin („Quadragesima Martini“). Der Martinstag war (ähnlich dem Fasching vor der Fastenzeit vor Ostern) ein Tag großen Feierns: Erntefest, Entlassung der Knechte und Mägde, Zins-Fest, Gänsebraten als Fruchtbarkeitssymbol …

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Der Beginn der Karnevals- (Faschings-) Zeit an diesem Datum leitet sich wahrscheinlich aus dem Beginn des Martini-Fastens ab, analog zum Beginn der österlichen Fastenzeit.
Die Zahl „11“ bedeutet in der Lehre der Kirchenväter die Sünde, da die Zahl elf die Zehnzahl der Gebote überschreitet und Sünde eben „Überschreitung des Gesetzes“ ist. Also ist 11 eine negativ besetzte Zahl, vielleicht auch wegen der (um Judas reduzierten) Elfzahl mancher Aposteldarstellungen.
Faschingsbräuche werden vielfach aus christlicher Wurzel erklärt, sodaß die Narren gleichbedeutend mit Toren und Sündern sind; so bekommt die Zahl „Elf“, gleich mehrfach angewendet, eine besondere Symbolik …

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[Quelle und weitere Informationen: Diözese Eisenstadt, unter A-Z, Martinus]


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