Die einfachen Dinge sind die größten …

See page for author [Public domain], via Wikimedia Commons

Romano Guardini um 1920

„Die einfachen Dinge sind die größten –
und darum auch am schwersten zu bewältigen!

Was sind die einfachen Dinge? Leben, ohne zu zweifeln. Lieben, immer wieder lieben, auch wenn diese Liebe nicht erwidert wird. Anfangen, stets von neuem anfangen, auch im Alter sich nicht zu schämen, abermals zu beginnen. Die Dinge sehen, wie sie sind. Ohne Vorurteile, ohne Spott, ohne Hass. Sie sehen, wie sie sind, heißt doch unter anderem auch, sie annehmen, sie lieben lernen.

Herr, mit dem Alter wächst das Verständnis für die einfachen Dinge. Mit dem Altwerden sollte auch unsere Einsicht wachsen, dass die einfachen Dinge die wahrhaft wichtigen sind; dass einfache Menschen große Menschen sind; dass alles Große sich im Kleinen und Einfachen einfangen lässt. ‚Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …‘, sagte dein Sohn zu seinen Landsleuten.
Wenn wir nicht werden wie die Kinder, kindlich einfach, kindlich gläubig, kindlich wahr, warten wir vergebens auf den Anbruch deines Reiches.“

Romano Guardini, katholischer Theologe (1885–1968)


Kommentieren ist momentan nicht möglich.